Projekt
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chreiben für alle

Kurzbeschreibung der

Wissenschaftlichen Begleitung (WiB)

 

Projektziele

Die Hamburger Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung führt seit 1994 mit dem PLUS für alle Schulen ein neues Konzept zur präventiven, integrativen und kooperativen Förderung von Kindern mit Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben ein. Danach sollen diese Kinder so früh wie möglich (präventiv) und möglichst innerhalb der Klasse (integrativ) gefördert werden. Dies soll geschehen, indem die Klassenlehrer/innen im Unterricht von eigens dafür ausgebildeten Schriftsprachberater/innen beraten und unterstützt werden sollen (kooperativ).

Die Evaluation durch die wissenschaftliche Begleitung zielt auf folgende Hauptaspekte:

Erfassung und Dokumentation der einzelnen Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele des PLUS (Programmevaluation)

Evaluation des Konzepts und der Maßnahmen zur Fortbildung der Schriftsprachberater/innen (prozeßbegleitende Fortbildungsevaluation)

Evaluation der Überführung des Förderungskonzeptes in die Schulpraxis
(prozeßbegleitende Praxisevaluation)

Analyse der Wirkungen des Gesamtprojekts auf Lernergebnisse von Schüler/innen und auf Merkmale schulischen Unterrichts
(Ergebnisevaluation)

Stand der Evaluation

• Vor Projektbeginn wurde 1993 eine Voruntersuchung über schriftsprachliche Leistungen und Bedingungen des (Förder-) Unterrichts durchgeführt, deren Ergebnisse in die Konkretisierung des Projekts eingeflossen sind.

• In den Schuljahren 1993/94 bis 1995/96 wurden die Lehrerfortbildungsmaßnahmen evaluiert und Vorschläge für die Weiterentwicklung des Fortbildungskonzepts unterbreitet.

• Seit der mit dem Schuljahr 1994/95 beginnenden Realisierung der Fördergrundsätze in den Schulen werden die Erfahrungen in den Schulen erhoben.

• Im gleichen Jahr wurde mit einer ersten Effektevaluation in Form einer umfangreichen Längsschnittuntersuchung in den Schulen begonnen. Dazu werden ab Klasse 1 schwerpunktmäßig Bedingungen des (Förder-) Unterrichts in Klassen mit und ohne Schriftsprachberater sowie in der außerunterrichtlichen Förderung analysiert und die Leistungsentwicklung der Kinder im Rechtschreiben und Textschreiben erhoben.

Diese Untersuchung hat das Ziel, Vorschläge zu entwickeln, wie die Lerneffektivität des schriftsprachlichen (Förder-) Unterrichts erhöht werden kann, innerhalb welcher Formen und mit welchen Methoden des Förderunterrichts Kinder mit unterschiedlichen Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb (u.a. Teilleistungsstörungen, schriftferne Milieubedingungen, Mehrsprachigkeit) effektiv gefördert werden können und welche flankierenden Maßnahmen ggf. ergriffen werden sollten, um die Wirkungen des Unterrichts und des Förderunterrichts auf den Lernerfolg von Kindern mit Lernschwierigkeiten beim Schriftspracherwerb zu erhöhen.

Die Längsschnitterhebung wird in diesem Schuljahren mit den Erhebungen in der Klassenstufe 4 in der zweiten Untersuchungswelle abgeschlossen. Über die bisherigen Ergebnisse der Evaluation wurde ein Zwischenbericht der WiB vorgelegt.

• In Zukunft sollen verstärkt Dokumentationen von konkreten Förderprojekten in den Schulen erstellt werden, die in Form von Handreichungen veröffentlicht und als Material für die Fortbildung der Lehrkräfte genutzt werden sollen.

• Aufgrund der Ergebnisse der Längsschnittuntersuchung wurden Klassen ausgewählt, die ein hohes Maß an Lernförderlichkeit aufweisen. Gemeinsam mit den Klassenlehrern und Schriftsprachberatern dieser Klassen werden Porträts der lernförderlichen Klassen entwickelt. Damit sollen unterschiedliche Möglichkeiten beschrieben werden, wie Unterricht in der Grundschule unter verschiedenen Bedingungen lernförderlich gestaltet werden kann.

• Die abschließende Effektevaluation soll mit einer erneuten Erhebung der schriftsprachlichen Leistungen in Hamburger Schulen abgeschlossen werden, um so die Veränderungen mit den Ergebnissen der Voruntersuchung vergleichen zu können.

Die wichtigsten Ergebnisse der Evaluation sind in vier Berichten (siehe May 2001 a - d) dargestellt.

Berichte der WiB (Auswahl)

Die mit einem unterstrichenen Link versehenen Berichte können als Datei kostenlos aus dem Netz heruntergeladen werden. Die Größe der einzelnen Dateien ist jeweils angegeben.


May, P. (1994c): Rechtschreibfähigkeit und Unterricht. Rechtschreibleistungen Hamburger Schüler/innen im vierten Schuljahr im Zusammenhang mit Merkmalen schriftsprachlichen Unterrichts. Ergebnisse der Voruntersuchung zum Projekt Lesen und Schreiben für alle (PLUS). Hamburg: Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung. [440 KB]

May, P. (1995b): Projekt Lesen und Schreiben für alle (PLUS). Entwicklung des Konzepts und Evaluation der Lehrerfortbildung. Jahresbericht der WiB über das Schuljahr 1993/94 unter Mitarbeit von Hartmut Ruddat und Stefanie Maas. [252 KB]

May, P. (1995d): Schriftsprachliche Leistungen und lernförderliche Unterrichtsbedingungen. In: Brügelmann, H., Balhorn, H. & Füssenich, I. (Hg.): Am Rande der Schrift. Zwischen Sprachenvielfalt und Analphabetismus. Lengwil am Bodensee: Libelle, 344-349. [16 KB]

Kalk, S. & May, P. (1995): Förderung von Kindern mit Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben in den deutschen Bundesländern. Vergleich des Hamburger PLUS-Förderkonzepts mit den Erlassen und Konzepten der übrigen Bundesländer. [76 KB]

Juchems, A. (1995a): Förderpraxis im PLUS. Erste Erfahrungen von Schriftsprachberater/innen in der Schule. Bericht über die Evaluation im Schuljahr 1994/95. [144 KB]

Bundschu, M. & May, P. (1995): Svenja erhält Hilfe. Erfahrungsbericht über die Förderung eines Kindes in Klasse 1. [60 KB]

Juchems, A. (1995b): "Außerunterrichtliche Lernhilfen" - Erste Erfahrungen aus der Praxis. Bericht über die Evaluation im Schuljahr 1994/95. [136 KB]

Juchems, A. (1995c): Bericht über die Evaluation des PLUS-Jahreskurses 1994/95 und der Praxisbegleitgruppen. [76 KB]

May, P. (1995g): Arbeitsbericht über die Evaluation des PLUS im Schuljahr 1994/95. Zusammenfassung der Ergebnisse aus der Evaluation der Lehrerfortbildung, der Praxiseinführung und der außerunterrichtlichen Lernhilfen. [56 KB]

May, P. (1996b): Integrative Förderung von Kindern mit Lernschwierigkeiten durch kooperativen Unterricht - Erfahrungen aus dem Hamburger Projekt "Lesen und Schreiben für alle". In: Bundesverband Legasthenie (Hg.): Bericht über den Kongreß 1995 in Darmstadt. Emden: Ostfriesische Beschützende Werkstätten. [24 KB]

Juchems, A. (1996a): Bericht über die Evaluation des PLUS-Jahreskurses im Schuljahr 1995/96. [60 KB]
(Papierversion 22 Seiten, DM 3,-)

May, P. & Juchems, A. (1996): Evaluation der PLUS-Fortbildung. Zusammenfassender Bericht über die Evaluation der Jahreskurse 1993 - 1996. Bericht der Wissenschaftlichen Begleitung des Projekts “Lesen und Schreiben für alle” Nr. 96/05. . [76 KB]

May, P. (1999b): Merkmale des (Förder-) Unterrichts und Lernerfolg im Rechtschreiben. Vergleich verschiedener Formen des Klassen- und Förderunterrichts. Referat auf der 6. Jahrestagung für Grundschulforschung am 19. 09. 1997 in der Uni versität Potsdam. In: Giest, H. & Scheerer-Neumann, G. (Hg.): Jahrbuch Grundschulforschung, Band 1. Weinheim: Deutscher Studien Verlag. [72 KB]

May, P. (1999c): Untersuchung lernförderlicher Merkmale des schriftsprachlichen Unterrichts in der Grundschule. Bericht über die Ergebnisse der Evaluation des Projekts „Lesen und Schreiben für alle“ (PLUS) Universität Hamburg
Psychologisches Institut II, [2,5 MB]

Dieser Text stellt eine vorläufige Fassung des in Buchform veröffentlichten Ergebnisberichts des PLUS dar (siehe May 2001c); im Anhang befindet sich die Dokumentation aller eingesetzten Erhebungsinstrumente.

May, P. (2001a): Projekt „Lesen und Schreiben für alle“ (PLUS): Kurzfassung der Evaluationsergebnisse. Redaktionelle Bearbeitung: Eva Arnold. Hamburg: Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung (Referat S 13/4). [188 KB; schriftlicher Bericht kann angefordert werden bei: Amt für Schule, Hamburger Str. 31, 22083 Hamburg]

May, P. (2001b): Lernförderlichkeit im schriftsprachlichen Unterricht. Effekte des Klassen- und Förderunterrichts in der Grundschule auf den Lernerfolg. Ergebnisse der Evaluation des Projekts „Lesen und Schreiben für alle“ (PLUS). Typoskript. Hamburg: Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung. [684 KB; schriftlicher Bericht kann angefordert werden bei: Amt für Schule, Hamburger Str. 31, 22083 Hamburg]

May, P. (2001c): Lernförderlicher Unterricht. Teil 1: Untersuchung zur Wirksamkeit von Unterricht und Förderunterricht für den schriftsprachlichen Lernerfolg. Ergebnisse der Evaluation des Projekts „Lesen und Schreiben für alle“ (PLUS). Frankfurt a.M.: Peter Lang. [528 Seiten; ISBN 3-631-37372-4; Preis: EUR 50,10]

May, P. (2001d): Lernförderlicher Unterricht. Teil 2: Wege zum Lernerfolg in der Grundschule. Porträts von Klassen mit hohem Lernerfolg. Mitarbeit: Verena Benze, Silke Jessen, Tanja Schwichtenberg. Frankfurt a.M.: Peter Lang. [199 Seiten; ISBN 3-631-37373-2; Preis: EUR 24,50]

May, P. (2001e): Prozessbegleitende Evaluation: Lesen und Schreiben in der Grundschule. In: Tillmann, K.J. & Vollstädt, W. (Hg.): Politikberatung durch Bildungsforschung. Das Beispiel: Schulentwicklung in Hamburg. (S. 115 - 130) Opladen: Leske + Budrich [ISBN 3-8100-3335-9].

May, P. (2001g): Welche schulische Förderung ist effektiv? - Was leistet Förderunterricht und wie könnte er noch erfolgreicher sein? In: Schulte-Körne, G. (Hg.): Legasthenie: erkennen, verstehen, fördern. Beiträge zum 13. Fachkongress des Bundesverbandes Legasthenie 1999 (S. 233 - 246). Bochum: Winkler.

Kontakt: post@peter-may.de


Letzte Bearbeitung:

22. 02. 02